In einer kleinen Nebenstraße im Londoner Stadtteil Holborn herrscht reger Betrieb. Touristen bummeln durch die bunten Läden und Mitarbeiter der umliegenden Unternehmen genießen eine kurze Auszeit in einem kleinen Café, das direkt gegenüber von einem Barber Shop liegt, der so aussieht, als wäre er schon immer da gewesen. Ein rot-weiß gestreifter Barber-Pole signalisiert den Passanten schnell, dass es sich um einen Salon handelt, der sich ausschließlich auf Männer spezialisiert hat. „The Legends“ ist in goldenen Lettern auf dem großen Fenster der knallroten Fassade zu lesen, die deutlich macht: In diesem Barber Shop wird traditionell gearbeitet.



„Wir wollen unsere Kunden in eine Zeit zurückversetzen, in der es für Männer noch selbstverständlich war, regelmäßig zum Barbier zu gehen und sich pflegen zu lassen“, macht Inhaber und Herrenfriseur Darius Kravitz deutlich, „deshalb bieten wir unseren hochwertigen Service auch zu Preisen an, die Männer dazu veranlassen, fast wöchentlich zu uns zu kommen. Die Zahl der Barber Shops im Zentrum von London ist in den letzten Jahren stark gestiegen und viele verlangen für ihre Dienstleistung mehr als 40 Pfund. Das empfinde ich als zu teuer, denn die Folge ist, dass der nächste Besuch des Barber Shops so lange herausgezögert wird, bis der Schnitt schon fast herausgewachsen ist. Das sieht einfach nicht gut aus und das Nachschneiden ist sehr viel aufwändiger. Um das zu vermeiden, bieten wir unseren Service zu moderaten Preisen an, die uns erfreulicherweise auch gut gefüllte Terminbücher bescheren.“

„Bei uns nehmen sich die Kunden die Zeit, die notwendig ist, um gepflegt auszusehen.“

– Darius Kravitz

Ein Blick auf die Preisliste macht deutlich, dass Darius und sein Team viele Kunden bedienen müssen, um ihre Ladenmiete in dieser zentralen Lage und die Gehälter für vier Mitarbeiter zahlen zu können. Schneiden und Waschen kostet 18 Pfund, der Trockenschnitt 15, der Clipper Cut 12 Pfund und für die traditionelle Nassrasur müssen die Herren 22,50 Pfund berappen. Ganz offensichtlich hat Darius mit seinem Konzept ins Schwarze getroffen. Kaum wird ein Bedienstuhl frei, kommt schon der nächste Kunde. Und wer denkt, dass diese Preise dazu führen, dass es hier nur ‚Ratz-Fatz‘-Anwendungen gibt, der irrt. „Wir lassen uns für jeden Kunden so viel Zeit wie nötig. Allerdings arbeiten wir im Gegensatz zu vielen anderen Herrenfriseuren sehr schnell und vollkommen strukturiert. Wir sind ein Team mit viel Erfahrung. Exaktes und präzises Arbeiten gehört für uns zur Routine“, macht Darius deutlich, „und genau das mögen unsere Kunden. Wir geben ihnen das Gefühl, im Mittelpunkt zu stehen und konzentrieren uns während der Behandlung voll und ganz auf die Arbeit. Und dazu gehört nicht nur das handwerkliche Können, sondern auch die Fähigkeit, auf den Kunden einzugehen und sich für ihn zu interessieren. Die Atmosphäre im Salon ist sehr gut und ausgelassen. Die Kunden mögen es, wenn meine Mitarbeiter und ich uns gegenseitig ein wenig auf den Arm nehmen. Sehr oft entwickeln sich auch Gespräche der Kunden untereinander, die einfach Leben in den Barber Shop bringen.“



Etwas stiller werden seine Kunden sicher, wenn Darius das Messer ansetzt, denn die traditionelle Nassrasur mit dem Rasiermesser gehört zu den Spezialitäten von „The Legends“. Darius hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt und arbeitet schon seit seinem 15. Lebensjahr als Herrenfriseur. Vor einigen Jahren hat er begonnen, Ausbildungskurse für Barbiere anzubieten, die sehr gefragt sind: „Es gibt heute kaum noch Herrenfriseure, denn das Handwerk galt lange Zeit als ausgestorben, auch wenn das nie der Fall war. Mit einem Unisex-Salon lässt sich nun mal mehr Geld verdienen. Es wundert mich nicht, dass Männer sich in der kommunikativen Damenwelt mit Folien auf dem Kopf, nicht besonders wohl gefühlt haben und deshalb nur noch schnelle Schnitte wollten, um möglichst bald wieder aus den Salons rauszukommen. Bei uns nehmen sich die Kunden die Zeit, die notwendig ist, um gepflegt auszusehen.“



Seit Jahren ist dieser Trend zu beobachten, von dem vor allem die echten Barbiere profitieren. Die Rückkehr der traditionellen Herrenkultur, in der Männer sich Maßanzüge anfertigen lassen, edlen Whisky trinken und Wert auf ein gepflegtes Äußeres legen zeigt sich deutlich – und der Bart gehört dazu. Egal ob Dreitagebart, Vollbart oder Schnauzbart, der Mann trägt ihn mit Selbstbewusstsein und selbst die bartlosen Männer sind dazu übergegangen, sich regelmäßig eine professionelle Rasur zu gönnen. Eigentlich braucht Darius sich keine Sorgen über die wirtschaftliche Situation zu machen, denn die Terminbücher sind gefüllt. „Die meisten Kunden, die einmal eine Anwendung bei uns genossen haben, kommen wieder. Wir sind jetzt seit sechs Jahren hier und inzwischen fest etabliert. Obwohl wir uns nicht über einen Mangel an Kunden beklagen können, müssen wir immer wachsam in die Zukunft schauen und uns permanent um neue Kunden bemühen. Deshalb hat meine Frau Adrianna die Pressearbeit übernommen und sorgt erfolgreich dafür, dass wir im Gespräch bleiben.“



Angesichts der großen Konkurrenz der Barber Shops in London ist dies auch ratsam. „Wir leben von der Mund-zu-Mund-Propaganda“, klärt Darius auf, „das ist aus unserer Sicht die effektivste Form der Werbung, denn sie enthält gleichzeitig eine Empfehlung. Nur wenn wir gut arbeiten, werden wir weiterempfohlen und deshalb wird jeder Kunde mit höchster Aufmerksamkeit behandelt. Wir wollen, dass jeder Kunde sehr zufrieden ist mit unserer Arbeit und geben deshalb alles.“ Doch auch, wenn „The Legends“ auf alte Traditionen setzt, nutzen sie im Gegensatz zu den Barbieren der 50er Jahre die Online-Medien, um einen möglichst großen und auch jungen Kundenkreis anzusprechen. Auf der vorgesehenen Website bekommen Kunden außerdem eine Chance, sich zum Leistungsangebot der Barbiere zu äußern. Doch nicht nur Kunden nutzen dieses Portal, sondern auch Kollegen, die an den Seminaren von Darius interessiert sind. Seine Ausbildungen sind sehr gefragt, denn Darius Kravitz ist ein Meister seiner Klasse und es ist nicht einfach in seinen Kursen aufgenommen zu werden.



Nicht nur die handwerkliche Arbeit im Salon soll perfekt sein, sondern auch die Produkte mit denen gearbeitet wird. Deshalb hat er begonnen eigene Produkte zu entwickeln, die seinen Ansprüchen genügen. „Wir arbeiten mit American Crew und haben zahlreiche Pomaden im Sortiment, die unsere tägliche Arbeit bestens unterstützen“, erklärt Darius, „trotzdem wollte ich ein eigenes Produkt entwickeln, dessen spezielle Rezeptur der klassischen Männerpflege entspricht und den Männern garantiert, dass dieses Produkt sich von den gängigen Produkten abhebt. Das Ergebnis ist „Maximum Hold Hair Gel”: Ein rotes Gel, dessen Farbe an das Rot unseres Salons angepasst wurde. Die Kunden kaufen dieses Gel regelmäßig, das wir für acht Pfund anbieten und sind sehr zufrieden. Das Gel hält, was es verspricht und das Styling – auch vor dem heimischen Badezimmerspiegel – gelingt mit wenig Aufwand.“



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